Something different

Heute einmal ganz etwas anderes. Ich habe nun einmal versucht, nicht einfach frei heraus etwas zu schreiben, sondern ich habe mir eine kleine Vorlage gesucht (die zufällig gerade zu meinem Studium gepasst hat, aber egal). Und somit hab ich mich auch etwas eingeschränkt, denn ich konnte nun nicht alles machen was mir in den Sinn kam. Es war eine kleine Herausforderung, die ich so noch nicht kannte, aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht, und ich hoffe ihr habt auch Spaß beim Lesen!

Aber was habe ich nun eigentlich gemacht?
Ich habe mir ein Jugendbuch gesucht, in diesem Fall Margos Spuren (Papertowns) von John Green und es zuerst gelesen. Die Zusammenfassung auf den Büchern ist ja immer etwas dürftig, um ja nicht zu viel von der Geschichte zu verraten, doch ich habe mir nun überlegt, ob man ein Buch nicht auch anders vorstellen könnte. Kreativ, interessant.
Aber nun ganz kurz zum eigentlichen Inhalt: Es geht um zwei Teenager, Margo und Quentin, die schon als Kinder befreundet waren, jedoch sich aufgrund eines Zwischenfalls wieder voneinander entfernten. Während Quentin Margo aber immer im Blick behält, hat er das Gefühl, sie habe ihm den Rücken zugewandt, bis sie plötzlich eines Nachts, als sie beide 17 Jahre alt waren, an sein Fenster klopft und ihn bittet, ihr bei einigen Streichen zu helfen – dem er auch sofort  zustimmt. Quentin erhofft sich nun, dass sie sich endlich wieder näher kommen, doch am nächsten Morgen ist Margo verschwunden und niemand sucht nach ihr. Doch er beschließt sie zu finden, denn sie hat nur für ihn ganz bestimmte Spuren hinterlassen.
Das alles lässt sich aus dem kurzen Prolog herauslesen und auch in dem ‚Sneak Peek‘ vom Roman selbst. Und aus der Sicht Quentins wird nun  auf 336 Seiten seine Geschichte geschildert, aber ich habe mich während des Lesens gewundert, was wohl so in Margo vor sich geht, weshalb sie verschwand und warum sie eigentlich kaum jemand sucht. Und so kam ich auf die Idee meiner kreativen Vorstellung für euch: ein innerer Monolog aus der Sicht Margos an dem Tag bevor sie verschwand. (Anzumerken ist jedoch, dass ich diesen Text selbst verfasst habe, ich habe mich nach John Greens Margos Spuren gerichtet, jedoch nicht alle Details stimmen exakt überein – künstlerische Freiheit und so… Außerdem kann man nicht genau sagen, was in Margo so vor sich geht, denn sie ist sehr mysteriös dargestellt.)

Viel Spaß!!

 

Ein Innerer Monolog

Ich… ich kann nicht schlafen, kann nicht mehr ruhig in meinem Bett liegen.
Kann nicht gehen, nicht stehen, weder trinken noch essen,
ohne dass sich meine Gedanken verbiegen.

Sie wandern zurück zu jenem Morgen, als ich meine neuen rosa Schuhe bekam und
als ich dich da so still am Baum lehnen sah.

Hast mich gespenstisch angestarrt mit leeren Augen.
Wenn du noch sprechen könntest, sag, war es denn dein Plan mir den Schlaf zu rauben?
Ich war doch noch so klein, ich hab’ noch nie jemanden gesehen,
der so blass und so bleich war wie du.

Quentin wollte gehen, doch ich ging auf dich zu
und im Nu wurde mir klar, ein Albtraum wird wahr,
denn deine Brust… Sie senkte oder hob sich nicht.
Nicht mehr? Ich… ich weiß es nicht.
Und ich wage auch nicht darüber nachzudenken, was gewesen wäre,
wenn wir drei Stunden früher zum Park gelaufen wären.

Die rote Flüssigkeit, sie sah aus wie Erdbeersaft, und sie klebte nun an meinem Schuh,
an meinem neuen, rosa Schuh und die blanke Panik, sie packte uns!

Wir eilten nach Hause, weil sie uns dazu trieb.
Wir erzählten was war, weil sie uns dazu trieb.
Und unsere Eltern waren noch entsetzter als wir selbst.

Doch was kann ein Mensch eigentlich alles ertragen?
Was kann, nein… Was sollte man alles wagen?
Und ohne es zu hinterfragen?
Ja, kann mir das bitte einmal jemand sagen?!

Blau blinkendes Licht war an meinem Fenster zu sehen, Männer fragten mich, was ich sah und sie nahmen meine Schuhe mit. Meine neuen, kleinen rosa Schuhe.

Was wir sahen, was wir erlebten war schlimm, das ist mir schon klar.
Doch ich wollte nicht mit dieser Fremden sprechen, die nun einmal pro Woche bei uns war,
sondern nur mit Quentin, meinem besten Freund, den ich seit jenem Morgen nicht mehr sah

und das ist nun acht lange Jahre her.

„Er tut dir nicht gut!“, sagen sie.
„Er erinnert dich an schlimme Dinge!“, sagen sie.
Doch in Wahrheit erinnert er nur euch daran!
Daran, dass die Stadt über uns sprach und heute noch jeder tuschelt, wenn wir das Haus verlassen.
Daran, dass alle Mitleid empfanden, denn Kinder die einen Toten fanden,
mussten wohl wahrlich Leid empfinden und da fühlt man doch mit. Oder?

Doch niemand kommt allein auf den Gedanken, dass Neunjährige gar nicht genau wissen, was eine Leiche ist, wenn sie eine finden.
Wenn leere Augen einen anstarren, ob sie dann auch wirklich leer sind.
Und bedeutet leer dann auch gleich tot?
Ja, diese Fragen werden wohl nie aus meinem Kopf verschwinden.

Kinder glauben vielleicht zu wissen, was sie sehen, aber realisieren tun sie es nicht.
Ich realisierte es nicht!

Erst als ich älter wurde, wurde mir bewusst, was ich da eigentlich sah,
und immer, wenn ich nun Erdbeersaft auch nur ansehe wird mir schlecht.

Doch die Psychologin war schon lang nicht mehr da…

Und heute Abend, da werde ich zu dir gehen und an dein Fenster klopfen, Quentin!

Zu dir, zu meinem ehemals besten Freund, den ich mehr gebraucht hätte, als irgendeine Therapie, die rein gar nichts gebracht hat, denn ich erwache jetzt noch jede Nacht schreiend aus diesem immer wiederkehrenden Albtraum.
Ich hätte dich mehr gebraucht, als die beschönigte Realität, die mir meine Eltern täglich servierten und seien wir mal ehrlich: Wir alle wissen doch, dass dieser Mann im Park vor acht Jahren nicht bloß geschlafen hatte, oder? 

Ja, zu dir, Quentin!
Denn ich hab’ dich nicht vergessen.
Ich bemerke dich und ich bemerke auch die Blicke, die du mir ständig in der Schule zuwirfst. 

Und ich muss dich heut um etwas bitten!
Und morgen dann…? Da bin ich weg.

Veröffentlicht in Prosa

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